Neueste Blogeinträge

Ein kreisrundes Porträt / a portrait in a roundel

Geschrieben in Sticken am 09.02.2017 von Eva-Maria

Inspiriert vom goldenen Einhorn trat ein Darstellerkollege mit einem Stickauftrag an mich heran. In einer steirischen Kleiderordnung von 1336 hatte er einen Hinweis darauf gefunden, dass kleine gestickte Bilder als Schmuckelemente der Kleidung getragen wurden. Die Quelle beschrieb dies folgendermaßen: "... andere trugen auf der linken Seite der Brust Porträts ..." oder "...wieder andere trugen auf der Brust einen Einsatz von anderem Tuch mit silbernen oder seidenen Buchstaben bestickt". Nach einigen Überlegungen, welche Variante wohl am besten zu realisieren wäre, einigten wir uns auf ein gest...

Hilfe, ich bin eine Elster / I think I am a magpie

Geschrieben in Sticken am 02.02.2017 von Eva-Maria

Ich muss wohl ein Gen des schwarz-weißen Rabenvogels in mir haben, der sich magisch von glitzernden Sachen angezogen fühlt. Anders kann ich mir meine Obsession mit dem Goldfaden nicht vorstellen. Nach langen Stunden des Festnähens (und ja, ich hab noch davon geträumt) ist die erste Seite für die Rekonstruktion des Almosenbeutels aus dem Met Museum endlich fertig. Die Fotos tun dem Goldfaden allerdings nicht Genüge - in Echt glänzt und funkelt er so, dass es eine wahre Freude ist. Ich kann kaum aufhören, die Stickerei zu bewundern (da kommt wohl wieder die Elster in mir ins Spiel). Aber noch i...

Schloss Rodenegg und die Tafelrunde / Castle Rodenegg and the Table Round

Geschrieben am 23.01.2017 von Eva-Maria

Freskendarstellungen, die sich mit weltlichen oder ritterlichen Themen beschäftigen, sind ja eher selten. Für den deutschen Sprachraum besonders hervorzuheben ist der Freskenzyklus zum Iwein-Epos von Hartmann von Aue, der als die älteste profane Wandmalerei im deutschen Sprachraum gilt (geschaffen zwischen 1200 und 1230) und auf Schloss Rodenegg nahe Brixen / Südtirol zu finden ist. Die 11 Bilder, welche sich in der Trinkstube des Schlosses befinden, erzählen die Sage des Iwein, einer der zwölf Ritter der Tafelrunde am Hofe König Artus. Auffallend ist, dass die Bilder nur Szenen aus dem ersten...

gefüllt mit gesponnenem Gold - oberflächliche Anlegetechnik / filling the forms with spun gold - surface couching

Geschrieben in Sticken am 12.01.2017 von Eva-Maria

Am Almosenbeutel mit Fabelwesen tut sich etwas. Ich habe begonnen, die tierischen Mischwesen mit Goldfaden auszufüllen. Dabei bediene ich mich der oberflächlichen Anlegetechnik. Das bedeutet, dass ich den 22-karätigen Goldfaden auf die zu füllende Fläche lege und mit einem farblich passenden Seidenfaden Schritt für Schritt festnähe (Video Tutorial, bebildertes Tutorial). Dabei achte ich darauf, dass die Haltestiche diagonale Linien bilden (es wären auch andere Muster wie zB Zick-Zack, Rauten, Blumen oder ein Ziegelmuster möglich). Da der Goldfaden so dünn ist, verwende ich immer zwei Fäden gle...

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